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Handy runter, du bist beim echten Ding
Du hast dafür bezahlt, hier zu sein, und schaust es auf einem Display an, das du selbst mitgebracht hast.
Es gibt eine Fotografin. Sie wird dafür bezahlt. Ihr Foto von diesem Moment ist besser als deins, und auf deinem ist dein eigener Arm.
Du wirst das vierzehnminütige Video nie wieder anschauen. Das hat noch nie jemand gemacht. Die Erinnerung, wirklich dabei gewesen zu sein, bekommst du aber auch nicht, weil du auf ein Display geschaut hast.
Warum das schlecht ankommt
Du blockierst die Leute hinter dir
Dein erhobener Arm ist für jemand anderen die komplette Sicht.
Du bist im Bild vom Profi
Auf dem Foto vom Einzug leuchten jetzt elf Rechtecke.
Gefilmtes erinnert man schlechter
Aufnehmen heißt offenbar ablegen statt erleben.
Das Material ist schlecht
Wackelig, dunkel, weit weg, der Ton übersteuert. Zweimal schaust du das nicht.
Mach lieber das
Ein Foto, und zwar früh
Bring es in der ersten Minute hinter dich, dann Handy weg.
Schau mit den Augen
Klingt abgedroschen. Ist der ganze Grund, warum du hingefahren bist.
Warte aufs geteilte Album
Jemand Kompetentes macht das gerade. Die guten Bilder bekommst du geschenkt.
Wann es völlig okay ist
Man hat dich gebeten zu filmen. Du bist die Verbindung zu jemandem, der nicht kommen konnte. Das Paar will ausdrücklich eine Wand voller Handyfotos – viele wollen das. Lies den Raum, nicht die Regel.
Fragen, die kommen
- Und wenn das Paar einen Hashtag ausgegeben hat?
- Dann film drauflos, das ist Einverständnis. Diese Seite ist für alle, die nicht gefragt wurden.